Jutta Wrage, 9-10-2009
Sorry to all, who are not familiar with German language, but it is easier to write in native language sometimes.
Mit "Lieder der Unzufriedenen" ist Usr/sbin aus meiner Sicht ein kleines Meisterwerk gelungen, auch wenn Musikwissenschaftler das vielleicht anders sehen würden.
Der Anfang von "Canciones del Descontento" erscheint im ersten Moment schräg, aber wer mit dem Meer vertraut ist, wird schnell an eine Meeresorgel erinnert werden: Wasser trifft auf ihm in den Weg gestellte, unharmonische Formen. Auch im weiteren Fortlauf des Stückes ertönt das Meer: Wogen, eingezwängt zwischen Gesten und Metall.
Man sagt, Musik ist eine universelle Sprache. Dabei darf man aber nicht verkennen, daß die Töne bei den Zuhörern je nach Erfahrungswelt auf völlig unterschiedliche Voraussetzungen treffen. Zuhörer verbinden oft andere Assoziationen mit dem Gehörten als der Künstler oder die Künstlerin und sie empfinden das Gehörte auch untereinander sicher sehr verschieden. Musik spricht also zu jedem sehr persönlich. So kann eine Rezension immer nur etwas relativ persönliches sein.
Mir drängen sich bei Zuhören Gedanken an die Gewalt des Meeres auf und wie sehr es das ihm entgegengestellte verändern kann. Das trifft nicht nur auf die gewaltige Verformungskraft des Meeres zu sondern auch auf den kleinen Tropfen, der den Stein, der sich ihm entgegenstellt aushöhlt.
In diesem Sinne ist jeder Beitrag zum Kampf für Recht und Menschlichkeit ein Beitrag, der die Kraft, die sich ihm entgegenstellt, ein Beitrag, der auch eine versteinerte Kultur und Herrschaft zu verändern vermag, auch wenn dieser Beitrag im einzelnen auch noch so klein und unbedeutend erscheinen mag.
Lausche der Musik, höre in Dich hinein, und lasse Dich wie das Meer nicht von den Steinen bezwingen!
Sicher eine etwas ungewöhnliche Rezension. Aber ich habe nie behauptet, gewöhnlich zu sein. Und die Musik von Usr/sbin ist ganz gewiß auch nicht gewöhnlich.
Jutta
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